Dividendenrendite relevanter Immobilienunternehmen liegt per Ende 2019 bei nur 2,4%

Im Juni 2019 kam es rund um die Diskussionen zu Mietpreisbremse und Mietendeckel zu Kursrutschen für deutsche börsennotierte Wohnungsunternehmen. Wie sind die für unser Transaktionsgeschäft relevanten Börsenbenchmarks einzuschätzen?

Zunächst ist festzustellen, dass auf Jahressicht gesehen die Deutsche Wohnen (-25%) und Adler (-10%)  Kursverluste hinnehmen mussten. Die weiteren von uns regelmäßig beobachteten Titel wie Vonovia, LEG, Grand City und TAG liegen 2019 im Plus.

Die Marktkapitalisierung aller genannten Unternehmen beziffert sich per 08.08.2019 in Summe auf EUR 52,4 Mrd. Dies ist eine Zunahme gegenüber dem Marktwert per Ende Juni und 10,6% über der Marktkapitalisierung zum Jahresanfang.

Es ist interessant zu beobachten, dass ein bedeutender Bewertungsmultiplikator über einen recht langen Zeitraum abnahm und erst jüngst wieder anstieg. So lag der FFO-Multiplikator (Enterprise Value/FFO) aller Unternehmen zusammen Ende 2017 noch bei 37,7 bevor dieser Ende 2018 auf 36,5 abfiel. Per 30.09.2019 ergab sich eine weitere Reduzierung auf 36,3.

Werden die Unternehmenswerte per 08.12.2019 auf die FFO der zuletzt verfügbaren Quartalsberichte bezogen, ergibt sich für die genannte Peer-Group ein FFO-Multiplikator in Höhe von 36,7. Man darf gespannt sein, wie der Kapitalmarkt nach Vorlage der letzten Quartalszahlen im Verhältnis zum FFO bewerten wird.

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschafteten die genannten Unternehmen insgesamt EUR 2.461 MIO. FFO und EUR 1.874 Mio. AFFO. Davon wurden EUR 964,7 Mio. (39,2% des FFO) an die Aktionäre ausgeschüttet.

Auf die letzten 12 Monate (Q3 2019) betrachtet, betrug die „FFO-Pay-Out-Rate“ 41,4%.

Werden die Dividendenzahlungen aller genannten Unternehmen auf die Marktkapitalisierung bezogen, ergibt sich per 08.12.2019 für den hier betrachteten Markt eine Rendite von gerade mal 2,4%. Per Ende 2017 lag die durchschnittliche Dividendenrendite sogar bei nur 1,6% und per Ende 2018 bei 1,8%.

Solch geringe Renditen stünden in den USA sehr in der Kritik und liegen unterhalb der „cash-on-cash-yields“ deutscher Portfoliotransaktionen. Zur Beurteilung von Renditen in USD und EUR sollte allerdings bedacht werden, dass die risikolose Alternative in EUR aktuell im negativen Bereich liegt. Unsere Berechnungen und weitergehende Erläuterungen sind unserem Downloadbereich zu entnehmen.